Achte immer darauf, dass du sicher an Land kommst: Die besten Hilfsmittel für das Hochseeangeln entlang der norwegischen Küste
Mehr lesen
Für mich geht es dabei um viel mehr als nur die Chance auf große Fische. Im Herbst kühlt sich das Meer stark ab, und die Fische ziehen wieder näher an die Küste und der Angeldruck an den Angelplätzen ist viel geringer. Das Licht wird weicher, die Luft klarer, und die gesamte Küste strahlt eine Ruhe aus, die mitten in der Hochsaison schwer zu finden ist.
In dieser Zeit habe ich unter verschiedensten Bedingungen gefischt und beobachtet, wie die Jahreszeiten Fische und Angler beeinflussen, und gelernt, dass der Herbst oft diejenigen belohnt, die Wetter, Strömungen und die Wanderungen der Beutefische im Auge behalten.
Für viele von uns Touristen sind die Monate mit viel Tageslicht und der größten Chance auf gutes Wetter die bevorzugte Reisezeit – also Frühling und Sommer.
Das ist leicht verständlich. Wer wünscht sich nicht Sonne, angenehme Temperaturen und lange Tage im lang ersehnten Angelurlaub? Im Sommer lässt sich alles leichter planen, und man kann lange draußen bleiben, ohne an die frühe Dunkelheit denken zu müssen.
Gleichzeitig kann es zu Algenwachstum und ungünstigeren Bedingungen in den oberen Wasserschichten kommen. Viele Fischarten wandern dann in kältere und ruhigere Gewässer ab. Die Fische halten sich dann deutlich tiefer auf als zu Beginn der Saison, oft mehr als 100 Meter tief je nach Gebiet, Temperatur und Nahrungsangebot.
Deshalb hört man oft, dass das Angeln im Juli und August schwieriger sein kann oder dass die lang ersehnten Dorsche plötzlich verschwunden ist. Er ist nicht unbedingt weit weg, sondern hat sich möglicherweise von den gewohnten Flachwassergebieten in tiefe Kanäle, an Steilkanten oder in Gebiete mit besserer Strömung zurückgezogen. Ähnliches gilt oft auch für Pollack und Köhler, die ebenfalls ihren Beutefischen folgen und Wasserschichten aufsuchen, in denen Temperatur und Sauerstoffgehalt günstiger sind.
Die Nächte werden kälter, die Tage kürzer und das Oberflächenwasser kühlt ab. Das erste starke Tiefdruckgebiet sorgt für mehr Meeresbewegung und fördert die Durchmischung der Wasserschichten. Dadurch gelangt frisches nährstoffreiches Wasser in Richtung Küste und Fjorde. Die Folge ist oft eine erhöhte Aktivität in der gesamten Nahrungskette – von kleinen Organismen und kleinen Fischen bis hin zu großen Raubfischen.
Gleichzeitig können sich große Schwärme kleiner Makrelen in Küstennähe versammeln, bevor sie ihre Wanderung nach Süden fortsetzen. Solche Schwärme sind eine leichte Beute für Dorsch, Köhler, Pollack, Heilbutt und andere Raubfische. Wenn Sie Möwen im Sturzflug beobachten, kleine Fische an der Oberfläche platschen sehen oder das Echolot dichte Aufzeichnungen anzeigt, ist das oft ein klares Zeichen dafür, dass Raubfische nicht weit entfernt sind.
All dies kann entlang der Küste sehr gute Angelbedingungen schaffen. Die Fische fressen eifrig, um sich für den Winter Reserven anzulegen, und viele Arten präsentieren sich kräftig und in guter Verfassung. Die Fangqualität kann zudem besser sein als in den warmen Sommermonaten, insbesondere wenn die Fische auf eine abwechslungsreiche und nährstoffreiche Ernährung umgestellt haben. Für den Angler bedeutet das kräftige Bisse, starken Drills und Fische, die die Ausrüstung auf die Probe stellen. Genau diese Kombination aus Aktivität und Qualität macht das Angeln im Herbst so spannend.
Von Ende September bis in den Herbst hinein ist das Fischen auf Heilbutt besonders gut.
An manchen Tagen kann man sie sogar direkt an der Oberfläche beobachten. Die Fische verbringen den Herbst damit, sich satt zu fressen, bevor sie später in tiefere Gewässer und Laichgebiete ziehen. Das macht Meerengen, sandige Buchten, Kanten und Übergänge zwischen flachem und tiefem Wasser besonders interessant. Driftfischen mit Naturködern, großen Gummiködern oder langsame Schleppangeln können effektiv sein. Gleichzeitig muss der Angler Geduld haben.
Diese folgen den Beutetieren an die Küste und hinnen in die Fjorde, wo man oft das Fischen ganz Ufernah fängt. Wenn die Heringe zum Laichen von der offenen See in die Fjorde ziehen, folgen ihnen die Wale gefolgt von den Raubfischen. Dorsche halten sich gern am Grund, an Kanten und in Rinnen auf, während Köhler oft aktiver im offenen Wasser jagen, Pollacks bevorzugen die Nähe von Tang reichen und steilen Felswänden, wo die Strömung die Nahrung vorbeiführt. Daher lohnt es sich, die Angelmethoden zu variieren. Versuchen Sie es sowohl in Grundnähe als auch im Mittelwasser.
Seevögel, Fische und Wale nutzen das reichhaltige Nahrungsangebot vor dem langen Winter. Für diejenigen, die in einem kleinen Boot sitzen, kann das Erlebnis selbst genauso beeindruckend sein wie der Fang.
Möwen, die sich über einer Untiefe versammeln, Wale, die die Wasseroberfläche durchbrechen, Berge mit den ersten Schneestreifen und kräftige Herbstlicht, das entlang der Küste seine Farben wechselt.
Man kann den Tag auf See genießen, in die warme Hütte zurückkehren, aus dem Fang des Tages ein leckeres Essen zubereiten und vielleicht sogar die Nordlichter aus dem Jacuzzi aus beobachten.
Die Antwort lautet hier nein. Fangplätze, die im Sommer sicher waren, können im Herbst fast leer erscheinen, während sich die Fische stattdessen näher am Ufer sammeln. Die Fische halten sich nicht mehr unbedingt auf den bekannten Plateaus oder Flachwassergebieten auf, da sie in erster Linie dem Futter folgen.
Die Fische stehen oft um diese Zeit über etwas tieferen Wasser entlang der 100m Linie oder kommen sehr nah an die Uferzone, wenn sich die Heringe zum Laichen versammeln. Achten Sie auf Vögel, Strömungen, Gezeitenunterschiede, Temperaturunterschiede und die Aktivität auf dem Echolot. Manchmal liegt der beste Angelplatz im Herbst nur wenige Minuten vom Camp entfernt.
Halten Sie sowohl leichte als auch schwere Ruten bereit, bringen Sie Jigs, Köder und Naturköder mit und passen Sie Ihre Technik den Gegebenheiten an. In flachen Gewässern kann leichtes Gerät fantastische Erlebnisse bieten, während im tieferen Wasser mehr Gewicht und bessere Kontrolle erfordern. Folgen Sie der Gezeiten, denn viele Angelplätze erwachen zum Leben, sobald die Strömung einsetzt. Bei geringer Aktivität kann schon ein Wechsel von einigen hundert Metern oder wenigen Metern Tiefe ausreichen.
Wenn Strömung, Licht und Nahrungsangebot gleichzeitig optimal sind, kann sich das Angeln innerhalb von Minuten komplett verändern. Ein stiller Fjord kann plötzlich von kleinen Fischen wimmeln, und ein zuvor leeres Gebiet kann sich mit Köhler, Dorsch oder Heilbutt füllen. Solche Momente bleiben einem noch lange nach dem Urlaub in Erinnerung.
Für mich ist der Herbst daher eine der besten Jahreszeiten zum Hochseefischen in Norwegen. Er bietet gute Chancen auf eine größere Artenvielfalt, weniger andre Angler, aufregendes Wetter und eine Natur, die sich von einer ganz anderen Seite zeigt als im Sommer. Nicht zuletzt ist die Qualität der Fische, die sie mit nach Hause bringen um ein Vielfaches besser als in den Sommermonaten.
Und vielleicht stellen sie fest, dass die Hochsaison gerade dann beginnt, wenn die meisten Angler schon wieder zu Hause sind.
Petri Heil